Den einzig kritischen Moment im Rennen hatte Jürgen Oehler verpasst. Gleich zu Beginn gab es eine Rauchentwicklung im Cockpit. Ein Steuergerät hatte qualmend seinen Dienst quittiert. Nun ist Ioannis Smyrlis keiner, der gleich die Nerven verliert. Der Routinier schätze kurz die Lage ein und entschied: Weiterfahren. Es war die kurze Phase, als der Audi R8 GT4 von Seyffarth Motorsport für zwei Runden die Spitze übernahm. Danach lief der Porsche wieder wie ein Uhrwerk und das Duo baute den Vorsprung schnell aus. Nach dem Abwinken standen zwei Runden Vorsprung zu Buche. „Es hat richtig Spaß gemacht. Wir hatten noch eine interne Challenge und sind gegen die Uhr gefahren. Die Szene, als der Audi vorbeikam. hatte ich gar nicht mitbekommen und war dementsprechend überrascht als es mir die Kollegen gesagt haben“, so Oehler. Ein positives Fazit zog auch Ioannis Smyrlis: „Wir konnten über das komplette Rennen die Pace bestimmen. Dann hatten wir noch einen internen Battle über die Rundenzeiten. Glücklich fahren wir jetzt nach Hause.“
Souveräner zweiter Platz für Audi-Duo
Nachdem sich Smyrlis den Audi wieder geschnappt hatte, war es für Tobias Erdmann und Bernd Schaible eine ungefährdete Fahrt zum zweiten Gesamtrang. Fest im Griff hatte man die Cup 4, die das Audi-Duo vor Nölken/Nölken (Porsche Cayman GT4) und Michael Neuhauser (BMW E46 WTCC) gewinnen konnte. „Wir haben eine top Leistung abgegeben, kein Kratzer am Auto, kein Kratzer bei den Kollegen. Wir haben außer Reifen, Sprit und Bremsen nichts verbraucht“, war Erdmann nach dem Rennen guter Laune.Den dritten Gesamtrang holten sich Mühlich/Driescher/Baum, die zum ersten Mal das Langstrecken-Rennen mit dem BMW M4 GT4 in Angriff genommen hatten. „Es lief insgesamt super. Das Auto hat hervorragend funktioniert. Wir haben den GT4 im Grunde ja noch einmal komplett aufgebaut. Jetzt schauen wir mal in Zukunft, wie es bei den nächsten Rennen ausgeht“, erzählte Driescher.
Rodella meldet sich mit Klassensieg zurück
Christan Koger und Henrik Seibel holten als Gesamtsiebte den ersten Platz in der Cup TC. Direkt dahinter überquerte Igor Rodella (Suzuki Swift) als Sieger der Cup 3 die Ziellinie. Spannend war hier vor allem der Rennbeginn, als der schnelle Schweizer hinter dem BMW 328 ST E36 von Pawlow/Kaul hinterherjagte. Als diese in der ersten Rennhälfte Bremsprobleme bekamen, ging Rodella vorbei. Am Ende gab es den souveränen Klassensieg vor Pensler/Bruns/Spielmann (BMW 325i E90). „Mit dem Rennen bin ich sehr zufrieden. Nach dem Ausfall letztes Jahr am Nürburgring wegen des Querlenkers haben wir über den Winter die Vorderachse komplett neu gemacht, haben aber nach dem Quali gemerkt, dass wir Spiel im Querlenker haben. In einer Nacht und Nebelaktion haben wir diesen noch einmal neu geschweißt. Jetzt sind wir überglücklich, dass der zwei Stunden gehalten. Natürlich wäre es ohne die Probleme Konkurrenz sehr schwer geworden, aber das ist schon lange unser Mittel zum Sieg, dass es über die Zuverlässigkeit geht“, freute sich Rodella.Im DMV BMW 318ti Endurance Cup holten sich Berberich-Martini/Michalopulos/Heidler den Sieg vor Hermann/Hermann/Hermann und Kaul Massierer (alle BMW 318ti Cup).
Erstmals mit neuem Namen, im neuen Format mit zwei Stunden, zwei Runden und zwei Boxenstopps am Start, findet die NES GP auf Anhieb schon positive Resonanzen bei allen Teilnehmern, Teams und Fahrern. Mehreren tausend Besuchern auf der Tribüne der Sachskurve und im Fahrerlager vor Ort, und zehntausenden im Livestream hat es auch gut gefallen. "Mit allen, die ab Zolder und Nürburgring ebenfalls ihre Teilnahme angekündigt haben, wird sich schon im ersten Jahr des neuen Formats ein breit aufgestelltes und attraktives Starterfeld entwickeln. Ich gebe alles um weitere langjährige und auch weitere neue Fahrer und Teams zusätzlich zum Start zu motivieren und freue mich über die tolle Stimmung und den Super-Rennverlauf unserer NES GP-Premiere beim frühen und sonnigen Saisonstart in Hockenheim," so Thomas Röpke zum Auftakt des neuen Formats.