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Rallye DM
01.04.2025

Defekt, Aufholjagd und Sieg in letzter Sekunde für Hamadeh-Spaniol

Die 60. Jubiläumsausgabe der Rallye Erzgebirge bildete den Auftaktlauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft 2025. Sieben Läufe bilden den diesjährigen Kalender ab, von denen alle Teams sechs Veranstaltungen nominieren können, in denen sie um Punkte für die Meisterschaft kämpfen möchten.

Tarek Hamadeh-Spaniol, der sich in dieser Saison das Cockpit mit den beiden Beifahrern Henry Wichuraund Anna-Lena Mergenteilt, hat vorab die ersten sechs Läufe zur Punktevergabe nominiert und verzichtet damit auf den Start bei der Lausitz Rallye im Oktober. „Da die Lausitz Rallye eine reine Schotterveranstaltung ist, benötigen wir ein recht hohes Budget, um unseren Citroën C2 Challenge auf ein spezielles Schottersetup umbauen zu können. Das beinhaltet ein Schotterfahrwerk, -reifen, -felgen sowie eine kleinere Bremse. Da alle anderen Veranstaltungen überwiegend auf Asphalt ausgetragen werden, haben wir uns dazu entschieden die ersten sechs Stationen für die Punktevergabe zu nominieren. Aber irgendwann möchte ich die Lausitz-Rallye auch unbedingt mal unter die Räder nehmen“, so Tarek.

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Der Auftaktlauf im Erzgebirge startete für das HYLO-Duo mit einer Klassenbestzeit auf der ersten Wertungsprüfung. Auf der zweiten Prüfung löste sich die Freude im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch auf, als ein beschädigter Kühlerschlauch Kühlwasser entlaufen ließ und dadurch ein Zeitverlust von etwa einer Minute entstand. „Um den Motor nicht überhitzen zu lassen, haben wir ihn während der Fahrt mehrmals ausgeschaltet und sind ohne mechanischen Vortrieb weitergerollt. Sobald wir kurz vorm Stillstand waren, haben wir ihn anschließend immer wieder kurz gestartet, um uns irgendwieüber die Ziellinie zu retten. Glücklicherweise folgte unmittelbar danach eine Servicepause, sodass wir den Schaden dort reparieren konnten. Leider war die Reparatur etwas umfangreicher, sodass wir fünf Minuten länger als erlaubt benötigt haben, sodass wir dafür 50 Strafsekunden kassierten, die noch auf den Zeitverlust auf der Strecke addiert wurden“, erklärt Henry den Rückstand von knapp zwei Minuten zur Spitze am Freitagabend.

Was daraufhin folgte, waren zehn weitere Wertungsprüfungen mit dem berühmten Ritt auf der Rasierklinge, auf denen Tarek und Henry so ziemlich das Maximum aus dem kleinen Citroën herausgequetscht haben und sich tatsächlich noch den Klassensieg auf der allerletzten Wertungsprüfung gesichert haben. „Wir waren schon etwas skeptisch, ob wir so einen großen Rückstand überhaupt aufholen können. Da im Rallyesport und gerade bei der Rallye Erzgebirge aber nichts unmöglich ist, haben wir die Herausforderung angenommen und uns sprichwörtlich die Seele aus dem Leib gefahren. Es war sowohl technisch als auch körperlich fordernd, aber die Fans haben uns auf den Strecken so zahlreich unterstützt und angefeuert, dass sie uns regelrecht über die Strecken getragen haben. Die Begeisterung für den Rallyesport ist in dieser Region einfach unangefochten groß! Vielen Dank dafür! Das gab uns nochmal einen zusätzlichen Push“, freuten sich die Sieger an der Zielrampe.
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